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Interview mit Prof. Dr. med. Thomas Kohnen |
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Leitender Oberarzt der Klinik für Augenheilkunde,
der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt |
Prof. Kohnen, bitte erklären Sie noch einmal kurz den Unterschied
zwischen Monofokal- und Multifokal-Linsen
Prof. Kohnen: „Grundsätzlich sind Monofokal- und Multifokallinsen Kunstlinsen, die im Austausch gegen die körpereigene Linse in das menschliche Auge eingesetzt werden, zum Beispiel nach der Operation eines Grauen Stars. Monofokallinsen bieten nur in einem Punkt das scharfe Sehen an. Die Patienten sind dann auf mindestens eine Brille angewiesen – in der Regel für die Nähe. In den meisten Fällen brauchen sie aber sogar eine Gleitsichtbrille. Bei den Multifokallinsen, besonders bei der neuen Generation, ist es jetzt möglich, sowohl in der Nähe als auch in der Ferne scharf zu sehen.“
Warum hatten sich Multifokallinsen bislang noch nicht durchgesetzt?
Prof. Kohnen: „Die Multifokallinsen, die wir bis jetzt kannten, hatten doch
einige gravierende Nachteile und führten zum Beispiel zu starken Blendempfindlichkeiten. Darüber hinaus konnten viele Patienten nach dem Einsatz dieser Linsen doch nicht scharf sehen und mussten dennoch weiterhin eine Brille tragen. Diese herkömmlichen Multifokallinsen basieren auf unterschiedlichen optischen Systemen, die mit der ReSTOR-Technologie nun erstmals kombiniert und durch die so genannte Apodisierung optimiert werden.“
Und was bedeutet das für die Patienten?
Prof. Kohnen: „Insgesamt bedeutet das für die Patienten, dass durchaus ein Sehen in Nähe und Ferne möglich ist und nachteilige Effekte, die früher noch bestanden haben, sehr minimiert sind. Das bedeutet, es bleiben nur noch geringe Blendempfindlichkeiten und auch der gravierende Kontrastverlust, der früher beobachtet wurde, ist für den Patienten kaum mehr
relevant. Bei neueren Studien, die wir gerade abgeschlossen haben, benötigen dank der ReSTOR-Technologie weit über 80 Prozent der Patienten gar keine Brille mehr.
Und wem empfehlen Sie den Einsatz dieser neuen Multifokallinsen?
Prof. Kohnen: „Grundsätzlich sind sie für jeden Patienten geeignet, bei dem ein Grauer Star diagnostiziert wurde und der eine Kunstlinse bekommen muss. Es gibt allerdings bestimmte Voraussetzungen, die für ein optimales Ergebnis erfüllt sein sollten: So raten wir Patienten mit einer starken Hornhautverkrümmung von einer Multifokallinse ab, weil dann das optische Prinzip der Linse nicht sehr gut wirkt und die Wahrscheinlichkeit einer endgültigen Brillen-Freiheit gering ist. Im Gegensatz dazu empfehlen wir diese Multifokallinse auch Patienten, die stark kurz- oder weitsichtig sind und zusätzlich unter der bekannten Altersweitsichtigkeit – auch Presbyopie genannt – leiden. Diese Fehlsichtigkeiten können durch die üblichen Verfahren, zum Beispiel Laserchirurgie, nicht mehr korrigiert werden und eine ReSTOR-Linse kann hier eine gute Alternative sein. Da eine Alterweitsichtigkeit bereits im Alter von ca. 45 oder 50 Jahren einsetzt, sind diese Patienten deutlich jünger als die klassischen Katarakt-Patienten.“
Bitte schildern Sie uns, welche Erfahrungen Sie gemacht haben – sind die Patienten wirklich zufrieden?
Prof. Kohnen: „Durch die Bank sind die Patienten sehr zufrieden. Da meine Erfahrungen mit den erweiterten Modellen extrem gut sind, rate ich inzwischen sehr vielen Patienten zu dieser Technologie. Vor einigen Wochen haben wir eine Reihe von Patienten zur Nachkontrolle gesehen, die die gelben ReSTOR-Linsen jetzt ein Jahr im Auge hatten. Und die hatten tatsächlich keine Brillen mehr – weder für die Ferne, noch für die Nähe.“
Herausgeber:
Klinik für Augenheilkunde der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
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