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Demenzerkrankung

 
Wir danken dem www.das-beratungsnetz.de für die freundliche Unterstützung und für das umfangreiche Informationsmaterial zum Thema Demenz.


Demenzerkrankung – Was ist das?
Demenz ist ein Oberbegriff für Erkrankungen, die einen fortschreitenden und in den meisten Fällen unumkehrbaren Verlust geistiger Fähigkeiten bedeuten. Die Demenz ist typischerweise eine Erkrankung des höheren Lebensalters (jedoch keineswegs eine zwangsläufige Alterskrankheit). Die kontinuierliche Erhöhung des Durchschnittslebensalters lässt für die Zukunft auf eine wachsende Zahl von Demenzbetroffenen schließen.

Den weitaus größten Teil dieser Erkrankungen machen mit ca. 70% die Demenzen vom Alzheimer-Typ aus. Diese Erkrankung ist durch einen schleichenden Beginn gekennzeichnet, verläuft über Jahre oder Jahrzehnte und ist bis heute weder individuell prognostizierbar noch heilbar. Die Erkrankungshäufigkeit nimmt mit steigendem Lebensalter zu. Bei den über 90-Jährigen ist mindestens jede/r Dritte betroffen, vorwiegend Frauen.


Anzeichen für eine Demenzerkrankung
Frühsymptom der Demenz vom Alzheimer-Typ ist die Unfähigkeit, Neuinformationen zu speichern. Betroffene können diesen Abbauprozess oft lange durch Verhaltensanpassung (z.B. wortgewandtes Überspielen von Lücken in Gesprächsverläufen) kompensieren und zumindest in vertrauter Umgebung „die Fassade wahren“. Die Kompensation der nachlassenden Gedächtnisleistung fällt mit der Zeit zunehmend schwerer, sozialer Rückzug und Verlust der Eigeninitiative greifen Platz. In dieser Phase ähnelt die Demenz stark dem Bild der Depression. Die Diagnose ist entsprechend schwierig, zumal in manchen Fällen beide Krankheiten gleichzeitig vorliegen können.


Krankheitsverlauf und Formen von Demenz
Im weiteren Verlauf werden immer mehr geistige Funktionen beeinträchtigt, so kommt es zu Wortfindungsstörungen, Störungen der räumlichen und zeitlichen Orientierung und schließlich zum „Verlernen“ grundlegender Fähigkeiten wie Körperpflege und Nahrungsaufnahme. In der finalen Krankheitsphase wird schließlich auch das Langzeitgedächtnis beeinträchtigt, selbst nahe Angehörige werden nicht mehr erkannt, der Verlust der Kontrolle über Organfunktionen wie Schlucken oder Ausscheidung führt zu intensivem Pflegebedarf.

Seltenere Demenzformen stellen die gefäßbedingte (vaskuläre) Demenz (früher auch mit dem Begriff „Gefäßverkalkung“ umschrieben, heute spricht man von Durchblutungsstörungen) sowie Demenzen im Rahmen von Grunderkrankungen wie Gehirntumoren, AIDS sowie Stoffwechsel- oder Suchterkrankungen dar. Im Gegensatz zur Alzheimer- und vaskulären Demenz können solche geistigen Abbauprozesse bei erfolgreicher Behandlung der Grunderkrankung unter Umständen rückgängig gemacht werden. Während die Alzheimer-Demenz in einem kontinuierlichen Prozess über mehrere Jahre langsam fortschreitet, können andere Demenz-Formen einen schubartigen Verlauf aufweisen, also wechselnde Phasen zwischen Verbesserung und Verschlechterung, wobei die Verschlechterung langfristig überwiegt.


Ursachen von Demenzerkrankungen
Über die Ursachen von Demenzerkrankungen ist bislang wenig bekannt. Für die Alzheimer-Demenz konnten Eiweißbruchstücke (Amyloide) als organische Ursache identifiziert werden. Ablagerung solcher Amyloide im Gehirn behindern offenbar die Kommunikation der Nervenzellen untereinander. Im Laufe der Zeit sterben dann die Nervenzellen in den Regionen des Gehirns ab, die an der Entwicklung von Gedächtnis, Sprache und Denkfähigkeit beteiligt sind. Inwieweit genetische Disposition und persönlicher Lebensstil solche Ablagerungen beeinflussen, ist bis heute noch nicht abschließend geklärt.


Diagnostik und Therapiemöglichkeiten
Die Basisdiagnostik von Demenzen ist durch neuropsychologische Testverfahren mit relativ geringem Aufwand möglich. Hierbei kommen insbesondere Testverfahren zum Einsatz, die die Leistungsfähigkeit des Kurzzeitgedächtnisses sowie die Orientierung messen. Mit bildgebenden Verfahren wie der Magnetresonanztomographie (MRT) oder der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) können von Abbauprozessen betroffene Hirnregionen näher bestimmt werden.

Wenngleich die Forschung in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht hat, kann man die meisten Demenzerkrankungen zwar in ihrem Fortschreiten verlangsamen, jedoch nicht heilen. In Anbetracht der kontinuierlich steigenden Zahl von Demenzbetroffenen ergeben sich daraus enorme Herausforderungen an das Gesundheitswesen, aber auch an immer mehr Angehörige, denn der größte Teil Demenzkranker wird von Familienmitgliedern gepflegt.

Quelle: www.das-beratungsnetz.de


Chat-Protokoll vom Expertenchat vom 10.10.2006 mit allen Fragen und Antworten zum Thema Demenzerkrankung.
 
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