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Appendizitis (Blinddarmentzündung)

 
Eine Blinddarmentzündung (Appendizitis) ist nicht, wie fälschlicherweise oft angenommen die Entzündung des ganzen Blinddarms (Caecum), sondern lediglich eine Entzündung des Wurmfortsatzes (Appendix vermiformis). In der Fachsprache Typhlitis genannt. (griech. typhlós = blind) darum auch Blinddarm. Diese häufig auftretende Erkrankung kann bei allen Menschen, in jeder Altersstufe auftreten.


Ursachen
Die Ursache für eine Appendizitis ist im Wesentlichen noch nicht bekannt. Es wird aber davon ausgeganben, dass mögliche Ursachen sind:
  • Infektionen mit Krankheitserregern
  • Verstopfung oder Verlegung des Wurmfortsatzes z.B. durch Kotsteine
  • Abknickung des Wurmfortsatzes
  • Narbenstränge
  • Fremdkörper wie z.B. Kirschsteine, Haare, Würmer, Tumore (eher selten)
  • etc.

Symptome
Bauchschmerzen häufig im oberen Bauch (manchmal auch mit Magenschmerzen verwechselt). Bei Fortschreiten verlagern sich die Schmerzen in den rechten Unterbauch. Häufig Verstärkung der Schmerzen bei Bewegung des rechten Beines. Begleiterscheinungen sind nicht selten Übelkeit und Erbrechen, Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl, Verstopfung und Durchfall. Spannungen und starker Druckschmerz in der Gegend um den Blinddarm. Besonders Kleinkinder, alte Menschen und schwangere Frauen weisen oftmals untypische Symptome auf, welches die Diagnosestellung erschwert und die Komplikationen erhöhen kann.


Diagnose
Dadurch, dass die Erkrankung ähnliche Beschwerden aufweist, wie andere Erkrankungen, wie z.B. eine Eierstockentzündung, Blasenentzündung, Magen-Darm-Infektion etc. ist es für den Arzt schwer, auf Anhieb die richtige Diagnose zu erstellen. Nach eingehender Patientenbefragung nach den Beschwerden, tastet der Arzt zunächst den Bauch durch leichtes Drücken ab, um den Schmerzbereich zu lokalisieren. Bei einer Blinddarmentzündung ist die untere rechte Bauchseite sehr stark gespannt und sehr druckempfindlich. Auch ist eine rektale Untersuchung unumgänglich; dabei untersucht der Arzt mit dem Finger den Anus. Neben der körperlichen Untersuchung und dem Allgemeineindruck des Patienten, gibt eine Blutuntersuchung weiteren Aufschluss, da bei einer Entzündung die Anzahl der Leukozyten (weiße Blutkörperchen) erhöht sind, ebenso wie die Konzentration des Proteins CRP. Weiterhin kann eine Ultraschalluntersuchung wichtige Hinweise auf eine Blinddarmentzündung liefern. Eventuell wird eine Computertomographie (CT) durchgeführt. Um eine Blasenentzündung als Ursache auszuscheiden, sollte in jedem Fall noch eine Urin-Probe auf Bakterien untersucht werden. Tritt eine Appendizitis mit untypischen Beschwerden auf und wird daher erst spät erkannt, kann es bereits zu einem Durchbruch (Perforation) des Wurmfortsatzes gekommen sein. Diese Komplikation tritt in bis zu 20 % der Fälle auf. Es entwickelt sich dann häufig eine Bauchfellentzündung (Peritonitis) oder ein Abszess im Umfeld des Appendix (perityphlitischer Abszess), was weitere therapeutische Maßnahmen nach sich zieht.


Therapie
Nach eindeutiger Diagnose der Blinddarmentzündung ist eine Operative Entfernung des Wurmfortsatzes erforderlich, um lebensbedrohliche Komplikationen zu verhindern. Heutzutage wird diese Operation in vielen Kranenhäusern nicht mehr durch einen kleinen Bauchschnitt sondern im Rahmen einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) durchgeführt, da diese Methode schonender ist und nur kleine, kaum sichtbare Narben hinterlässt. Die Laparoskopie stellt eine minimal-invasive Operationsmethode dar, die den Patienten deutlich weniger belastet. Um Komplikationen zu verhindern, kann abhängig vom Befund zusätzlich eine Antibiotikatherapie erforderlich sein. Bei einer Notfalloperation wird allerdings immer noch die offene Methode (direkter Bauchschnitt) gewählt.

Der Mensch kann ohne den entfernten Wurmfortsatz problemlos leben. Obwohl sich im Appendix Gewebe befindet, dass der Abwehr von Krankheitserregern dient, kann dieses auch von anderen Abwehrzellen problemlos übernommen werden.

Von einer Eigendiagnose oder Selbsttherapie muss unbedingt abgesehen werden, da nur ein Arzt die richtige Diagnose stellen und die richtig Therapie anordnen kann.
 
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