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Diarrhoe (Durchfall)

 
Eine Diarrhoe (Durchfall) ist ein häufiger, flüssiger oder breiiger Stuhlgang (mehr als drei ungeformte Stuhlentleerungen pro Tag) mit einer meist erhöhten Stuhlmenge von mehr als 400 g pro Tag. Das normale Stuhlgewicht kann bei einem Erwachsenen bis zu 250 g pro Tag betragen. Die gereizte oder entzündliche Darmschleimhaut kann krampfartige Schmerzen hervorrufen.

Nicht jeder dünne Stuhl kann als Diarrhoe (Durchfall) bezeichnet werden, da medizinisch erst von einer Diarrhoe gesprochen wird, wenn mehr als drei mal am Tag nicht geformter, weicher oder wässriger Stuhl auftritt.

Eine Diarrhoe (Durchfall) wird je nach Dauer unterschieden zwischen einer akuten Diarrhoe (mehrere Tage bis drei Wochen) oder einer chronischen Diarrhoe (länger als drei Wochen)

Die erhöhte Ausscheidung von Flüssigkeit, bedingt durch die Diarrhoe kann bei länger anhaltendem Durchfall zur Austrocknung (Dehydratation / Exsikkose), wie auch zum Verlust von Elektrolyten (Salze wie Natrium, Kalium, Magnesium und Chloridionen) führen. Dieser Mangel kann krampfartige Schmerzen hervorrufen. Bei länger andauerndem Durchfall kann der sehr hohe Verlust von Flüssigkeit sogar zum Tode führen. Dieses ist häufig in den Entwicklungsländern der Fall.


Ursachen für einen akuten Durchfall können sein:
  • Infektionen durch Bakterien (z.B. Salmonellen, Cholera)
  • Parasiten (z.B. Kryptosporidien, Mikrosporidien)
  • Virusinfektion (z.B. Rotaviren, Noroviren)
  • Medikamentenunverträglichkeit (z.B. nach einer Antibiotikabehandlung)

Ursachen für chronischen Durchfall können sein:
  • Reizdarm-Syndrom (eine ungefährliche Irritation des Darms – Colon irritabile)
  • Chronische Darmentzündungen (z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Chronische Darminfektion (z.B. durch Amöben, Lamblien, Clostridium difficile)
  • Tumore, Geschwülste
  • Glutenunverträglichkeit (Zöliakie, Sprue)
  • Milchzuckerunverträglichkeit (Laktose-Intoleranz)
  • Missbrauch von Abführmitteln
  • in seltenen Fällen auch durch Stoffwechselstörungen, wie z.B. Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

Symptome
  • Häufiger, wässriger, breiiger, übel riechender Stuhlgang
  • Blähungen, Druck- und Völlegefühl
  • Appetitlosigkeit
  • Kolikartige Bauchschmerzen
  • Übelkeit, Erbrechen, Schwäche
  • Eventuell Fieber
  • blutiger Stuhl

Bei nachfolgenden Symptomen sollten Sie unbedingt Ihren Arzt aufsuchen:
  • Wenn die Durchfälle sehr stark sind oder länger als 3-4 Tage andauern.
  • Bei Austrocknung (dunkler spärlicher Urin, Schlappheit, trockene Schleimhäute)
  • Bei Blut im Stuhl
  • Bei fettigem Stuhl
  • Bei hohem Fieber
  • In Verbindung mit Beschwerden wie Fieber und Schmerzen
  • Bei Durchfall während oder nach einer Reise
  • Bei Kindern, immunschwachen oder älteren Menschen

Diagnose:
Bei akutem Durchfall
  • Krankengeschichte (Anamnese) unter Einbezug der Beschwerden.
  • Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes
  • Untersuchung der Stuhlprobe
  • Blutuntersuchung
  • Erweiterte Untersuchungen bei Betroffenen nach einer Reise auf mögliche Infektionen wie z.B. Thyphus

Bei chronischem Durchfall
  • Untersuchung der Stuhlprobe auf Blut im Stuhl, weiße Blutkörperchen und Parasiten
  • Blutuntersuchung
  • Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes
  • Darmspiegelung (Therapie bei akutem Durchfall

    Natürliche Therapie

    Das wichtigste ist, den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen, d.h. mindestens 3 bis 4 Liter Flüssigkeit pro Tag zu sich nehmen, in Form von:
    • leicht gezuckertem Tee
    • stark verdünnten Fruchtsäften
    • gerührte Cola (Kohlensäure herausrühren)
    • Bouillon (da sie meist Salzhaltig ist und den Elektrolytenhaushalt wieder ausgleicht)

    Ebenfalls hilft eine magenschonende Diät, bei der vollkommen auf Fetthaltige Speisen verzichtet wird z.B.:
    • Zwieback
    • Reis
    • Laugengebäck wie Salzstangen (enthält wenig Wasser, kaum Fett und viel Salz)
    • Listenelement

    Medikamentöse Therapie:
    • Kohletabletten, binden die Flüssigkeit und verringert den Durchfall.
      BITTE NUR KURZFRISTIG EINSETZEN
    • Antibiotika - bitte nur Anwenden, wenn sie vom Arzt verschrieben worden sind.
      KEINE SELBSTMEDIKAMENTIERUNG.
    • Krampflösende Schmerzmittel bei Bauchschmerzen.


    Bei Kindern sollten Medikamente grundsätzlich nur nach ärztlicher Verordnung verabreicht werden.

    Bei aktuen Durchfällen, die länger als 3 Tage andauern, sollten unbedingt ärztlich Behandelt werden.

    Therapie bei chronischem Durchfall
    Die Therapie bei chronischen Durchfallerkrankungen hängt von der Ursache der Krankheit ab und ist nur individuell therapierbar. Die Therapiemöglichkeiten können nur nach eingehender Untersuchung vom Arzt und durch einen Arzt behandelt werden.

    Vorbeugungsmaßnahmen
    • gründliches Händewaschen – besonders nach dem Gang zur Toilette
    • Salmonellenempfindliche Lebensmittel wie z.B. Geflügel, Fisch etc.) getrennt von anderen Lebensmitteln aufbewahren und getrennt zubereiten. Küchengeräte, Arbeitsmittel wie z.B. Messer, Schneidbretter etc. anschließsend sorgfältig reinigen – über 60° Celsius erhitzen z.B. in der Spülmaschine oder in kochendes Wasser legen.
    • Hackfleisch niemals roh verzehren sondern nur durchgegart und am Tage der Herstellung. Kein abgepacktes Hackfleisch verwenden.
    • Fleisch und Fischgerichte nur durchgegart verzehren.
    • Keine rohen Eier oder Eierspeisen verzehren.
    Vor Reisen in Ländern mit schlechten hygienischen Bedingungen:
    • nur abgekochtes Wasser trinken und gekochte Speisen essen. Auf Eiswürfel und Rohkost verzichten.
    • Früchte schälen, da die Schale häufig mit gefährlichen Pestiziden gespritzt werden.
    • Imfpung vor Reisen in Risikogebiete


    Durchfall ist eine der » Die häufigsten Beschwerden der Deutschen
 
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